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Warum eigentlich „Stierwascher”?

von | Apr 22, 2020 | Wissenswertes

Die legende vom Stierwascher

Warum die Salzburger auch als “Stierwascher” bekannt sind.

Zur Zeit der Bauern­auf­stände in Salzburg, um 1525, wurde Erzbi­schof Matthäus Lang von Wellenburg in der Festung Hohen­salzburg von den Aufstän­di­schen belagert. Salzburg war damals bereits von starken Stadt­mauern umgeben, die die Belagerer nicht bezwingen konnten. Man wollte also die Stadt so lange aushungern, bis sie von selber zur Übergabe bereit war. Die Bauern riegelten Salzburg ab und so konnte kein Lebens­mit­tel­nach­schub in die Stadt gelangen.

Die Salzburger erkannten aber bald die Absicht der Feinde. Und natürlich überlegte man, wie man dieser Katastrophe entgehen könnte. Um einer möglichen Hungersnot vorzu­beugen, schrieb der Stadt­kom­mandant strenges Fasten vor. Aber irgendwann war der Tag erreicht, an dem nur noch ein einziger Stier übrig blieb, der noch nicht geschlachtet war. Er war braun gefleckt und gut genährt.

Da verfiel der Stadt­kom­mandant auf eine List: Am frühen Morgen des nächsten Tages wurde der Stier auf die breite Festungs­mauer getrieben und von dort oben dem Feind gezeigt. Er sollte nur glauben,die Salzburger litten schon Hunger. In der kommenden Nacht aber strichen die Salzburger den scheckigen Stier weiß an und zeigten ihn am Morgen darauf wieder den Belagerern. Am dritten Morgen trabte ein pechschwarzer Stier über die Festungs­mauer.

Die aufstän­di­gi­schen Bauern waren nun der Meinung, dass die ganze Belagerung nichts gebracht hätte und Salzburg immer noch über genügend Lebens­mit­tel­re­serven verfügten. Und in einer dunklen Nacht zogen die fremden Kriegs­knechte heimlich ab.

In der Stadt aber herrschte großer Jubel. Die Bürger führten den Stier hinab an die Salzach und wuschen ihn so lange, bis er wieder braun gefleckt war. Seit dieser Zeit nennt man die Salzburger die “Stierwascher”.

Die histo­rische Tatsache ist, dass die Salzburger Metzger die Schlachtung der Tiere öffentlich vorzu­nehmen hatten, damit kein schäd­liches Fleisch zum Verkauf kommen konnte. Die übliche Reinigung an dem bis an die Stadt­mauer reichenden flachen Ufer der Salzach und die Schlacht­probe führte angeblich zur scherz­haften Bezeichnung “Stierwascher” für die Salzburger. Der so genannte “Wascher”, der mit Keulen oder ähnlichen Geräten gegeben wurde, war dabei angeblich die Betäubung, die bei einer Schlachtung üblich war. (Die Frage stellt sich, warum nicht alle mittel­eu­ro­päi­schen Stadt­be­wohner als Stierwascher bezeichnet wurden.)

Die Langversion des Textes finden Sie auf Salzburg-Wiki.